„I have a dream“ - mit diesem Motto gründeten im Herbst 2006 drei Fahrzeugtechnologiestudenten der Hochschule Karlsruhe das Projekt „High Speed Karlsruhe“. Ziel war die Teilnahme an dem Konstruktionswettbewerb Formula Student. Dies ist nun schon neun Jahre lang erfolgreich gelungen, und auch in diesem Jahr, unserem zehnten Jubiläum, sind wir weiter an Mitgliedern und Erfahrungen gewachsen. Momentan besteht das High Speed Team aus 44 jungen, motivierten Studenten unterschiedlicher Studiengänge und unseren Alumni. Besonders stark vertreten sind dabei die Studiengänge der Fahrzeugtechnologie, der Mechatronik, des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und Wirtschaftswissenschaften. Teamgeist, Praxisbezug, Interesse an Auto und Technik sowie die Möglichkeit, Einblicke in unsere spätere Berufswelt zu gewinnen, treiben uns alle gleichermaßen an.

Das High Speed Team teilt sich zur besseren Organisation und Effizienz in fünf Unterteams auf: Administration, Electronics, Engine & Drivetrain, Monocoque, Aerodynamics und Suspension. Trotz der Aufteilung arbeitet jedes der Unterteams Hand in Hand, und die Teamleiter sind für eine lückenlose Kommunikation und einen schnellen Informationsaustausch zuständig. Mindestens einmal pro Woche treffen sich alle Teammitglieder zu einem Gesamtmeeting, um Fortschritte zu begutachten, Entscheidungen zu diskutieren und anstehende Aufgaben zu besprechen. Nebenbei arbeitet jedes der Unterteams selbstständig an den zugeteilten Arbeiten.

 

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 ©FSG, Kroeger

Die 4 Phasen unserer Rennsaison - Saison 2015/2016

Rekrutieren & analysieren, planen & entwickeln, fertigen & siegen. In diesen Worten lässt sich das umfangreiche Projektjahr von High Speed Karlsruhe beschreiben. Mit diesem Bericht möchten wir einen Einblick in die vier Arbeitsphasen unseres Projekts vermitteln. Wie auch in den vergangenen acht Jahren ist das Ziel, unseren selbst konstruierten und gefertigten Formelrennwagen auf den großen Wettbewerben in Europa zu präsentieren und in den Fahrdisziplinen gegen die anderen Teams zu bestehen und das Beste zu geben. All das beginnt im Herbst mit der Ankunft der neuen Studierenden zum Wintersemester.

Phase 1 – September bis Oktober: Recruiting

Eine anstrengende aber auch erfolgreiche Saison 2014/2015 liegt hinter dem High Speed Karlsruhe Team. Wettkampfergebnisse und technische Lösungen aus der vergangenen Saison werden analysiert und festgehalten - auch die Ergebnisse der Konkurrenz. Mit dem Beginn des neuen Semesters startet die neue Saison. Und damit beginnt auch die Recruiting Phase, und das Team wird mit neuen motivierten, kreativen und engagierten Studierenden für die Saison 2015/2016 verstärkt.

Phase 2 – November bis Dezember: Konzeptphase & Design Freeze

Mit alten und neuen Teammitgliedern und den gewonnenen Erkenntnissen aus der vergangenen Saison beginnt nun die Planungsphase des „High Speed Jahres“. Während alle Welt über Weihnachtsmärkte schlendert und sich den Feiertagen entgegen sehnt, richtet sich der Fokus unseres Teams auf das Design Freeze kurz vor Heiligabend. Ein Datum, an dem nach rund zehn Wochen Entwicklungs- und Konstruktionsphase die Ergebnisse präsentiert werden. Baugruppen werden verbessert und erneuert, und alles im CAD-Programm festgehalten. Jedes benötigte Bauteil muss peinlichst genau in Stücklisten notiert sein, um die Kosten kalkulieren zu können, Bauteile zu bestellen, und damit die Basis für die anschließende praktische Umsetzung des Projekts zu legen. Solch ein Abend, an dem alle Verbesserungen und Fortschritte präsentiert werden, kann dann gut und gerne einmal bis spät in die Nacht hinein gehen. Jedoch ist dann der erste Schritt geschafft – der neue Rennwagen existiert auf dem Papier bzw. im PC.

 

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Phase 3 – Januar bis Mai: Fertigung & Rollout

Nun startet die von allen Studierenden heiß ersehnte Phase der Fertigung. Nach wochenlangem Konstruieren am PC und den damit verbundenen Diskussionen in den Teamsitzungen wird das Konzept nun in die Tat umgesetzt. Der Rennwagen wandert vom CAD in die Fertigung zu unseren Partnern. Endlich wird geschraubt, geschweißt, lackiert und montiert. Und schon bald nimmt der neue Rennwagen Form an. Unser Team gehört dabei zu den wenigen Teams im Wettbewerb, die ihr Fahrzeug größtenteils selbst fertigen. Hierfür sind wir auch auf Sponsoren angewiesen, die uns finanziell, mit Material aber auch mit deren Fachwissen unter die Arme greifen. Parallel zum Planungs- und Fertigungsgeschehen ist deshalb das Team Administration damit beschäftigt, die Sponsorenkontakte zu pflegen und den Rollout zu organisieren. Letzterer ist ein weiteres festes Datum in unserem Kalender, welches eine neue Phase einleitet. Beim Rollout wird das fertige Fahrzeug allen Sponsoren, Unterstützern und Freunden des Rennsports präsentiert und Neuheiten in Technik und Design erläutert. In der Woche vor diesem wichtigen Abend wird fast rund um die Uhr am Rennwagen gearbeitet, um ihn rechtzeitig auf seine vier Räder zu stellen. So kann es auch passieren, dass ein Teammitglied die ganze Nacht in der hochschuleigenen Werkstatt verbringt, um noch die notwendigen letzten Handgriffe am Wagen auszuführen. Umso mehr freut sich das Team aber über lobende Worte und Anerkennung für die erbrachte Leistung. Der größte Teil der Arbeit ist damit geschafft – unser Fahrzeug ist gebaut, und die Tests können durchgeführt werden – als Vorbereitung auf die Events.

Phase 4 – Juni bis August: Let’s RACE

Nun befinden wir uns in der letzten und entscheidenden Phase unseres Projektjahres – die abschließenden Events. Nach zahlreichen Testfahrten und den daraus gewonnenen Erkenntnissen laufen die letzten Vorbereitungen für den eigentlichen Wettbewerb. Transport, Unterkunft der Teammitglieder, Verpflegung und Ausrüstung - alles bedarf einer sorgfältigen Planung, damit auf dem Event alles glatt läuft. Der Erfolg in den dynamischen Disziplinen – den Rennen - hängt nun von den Fahrkünsten der Fahrer ab, die den Rennwagen bis ganz an die Spitze der Teilnehmerliste fahren wollen. In den drei statischen Disziplinen Design, Cost und Business Plan wird das Fahrzeug auf die Wirtschaftlichkeit und das Geschäftsmodell geprüft. Das beste Gesamtpaket gewinnt. Nach den Anstrengungen der letzten Monate freut man sich auf den Moment, in dem der Rennwagen heil die Ziellinie überquert. Hoffentlich ist dann auch eine gute Platzierung zu verzeichnen. Die Events sind schon allein aufgrund der Internationalität der verschiedenen Teams, der Einzigartigkeit jedes Rennwagens und der Atmosphäre auf dem Renngelände das Highlight eines jeden Teammitglieds. Mit reichlich Erfahrung in der Tasche verabschiedet sich dann jeder in den wohlverdienten Sommerurlaub, um zum Semesterbeginn wieder mit neuer Motivation und Tatkraft in die nächste Saison zu starten.

Wir bedanken uns bei sämtlichen Sponsoren sowie der Hochschule Karlsruhe für die tatkräftige Unterstützung unserer Formula Student Saison. Auf ein erfolgreiches Jubiläum!

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